Sonntag, 9. Mai 2004

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai werden alle Mütter dieser Welt geehrt. Jedes Kind weiß das (jedenfalls jedes brave Kind), nur ich kann mir nie merken, ob der Muttertag nun am ersten oder am zweiten Maisonntag stattfindet. Glücklicherweise hilft einem nicht nur die Muttertagsindustrie, die ihre Muttertagsgeschenke mit großen Werbetafeln anpreist, sondern -- jedenfalls am Muttertag selbst, damit man ihn nicht vergisst -- auch Google.


Google im Muttertags-Look

Am 9. Mai ist allerdings nicht nur Muttertag, sondern auch der Tag, an dem ich sagen kann: Jetzt lebe ich schon drei Wochen in Kanada. Drei Wochen sind normalerweise eine gute Urlaubsdauer, also könnte man vermuten, dass ich in dieser Zeit wahnsinnig viel erlebt habe. Das ist aber nicht so. Immerhin: Die Niagara-Fälle habe ich schon besichtigt. Aber die meiste Zeit habe ich wohl damit zugebracht, Behördenkram zu erledigen und mich in Waterloo ein bisschen einzuleben. Und das scheint mir im Wesentlichen auch gelungen zu sein, denn immerhin weiß ich jetzt grob, zu welcher Mall ich fahren muss, wenn ich etwas Bestimmtes brauche. Denn nicht in jeder Mall gibt es alles. Nein, nein! Das wäre zu einfach!

Trotzdem: Ganz ausgelastet war ich mit dem Kennenlernen von Waterloo nicht, denn die angekündigte Fahrradtour hat wirklich stattgefunden -- allerdings nicht zu den berühmten Biermeistern der Gegend, sondern in die andere Richtung, nach Stratford und Shakespeare. Außer lustigen Ortsnamen gab es dort aber leider nicht viel zu sehen.

Besonders berühmt ist der Kanadier für seinen Einfallsreichtum bei der Wahl der Ortsnamen.

Außer hübschen Schildern gab es allerdings nicht besonders viel zu sehen. Das Shakespeare-Festival in Stratford hatte leider noch nicht begonnen. Ich weiß auch nicht, ob ich noch in der Stimmung gewesen wäre, mir ein Theaterstück anzuschauen. Denn leider hatte ich den kanadischen Wind und die Sonne unterschätzt, nichts zu essen mitgenommen und war daher ziemlich am Ende, als ich in Stratford angekommen bin. Immerhin hatten meine Arme eine hübsche rot-braune Färbung angenommen, die inzwischen aber wieder abfällt, denn ich hatte mir ein bisschen zu viel Licht geholt und damit einen gescheiten Sonnenbrand.


Na gut, das ist ein bisschen übertrieben...

Tja, was ist mir sonst noch widerfahren? Letzte Woche hatte ich -- abgesehen von unserem EPTA-Spiel im letzten Jahr -- mein erstes Project Meeting, in Toronto. Da die Treffen nur einmal im Monat stattfinden, hatte ich erwartet, dass jeder der Verantwortlichen eine kurze Präsentation davon geben würde, was seine Gruppe in der letzten Zeit geschafft hat. Das war aber nicht so. Statt dessen wurden viele Witzchen gemacht, von denen ich leider nicht alle verstanden habe. Gelernt habe ich nicht viel. Nur, dass ich dem Thema des Projekts (Visualisierung der Antworten eines Question-Answering-/ Information-Retrieval-Systems im Rahmen von Industrieprojekten) nicht besonders viel abgewinnen kann. Und wie es momentan aussieht, ist der Plan, mich in das Projekt hineinzustoßen, auch aufgegeben worden.

Mir fällt auf: Ich habe wirklich nicht viel zu erzählen im Moment. Ich verbringe viel Zeit mit dem Lesen von Papers, um mich in Information Retrieval und Bioinformatik einzuarbeiten, hoffentlich mit Erfolg.

Einstweilen viele Grüße

    Stefan